Kurzbericht Heilpflanzenexkursion

Dass die Plätze für diese Exkursion schneller vergeben waren als Eintrittskarten für ein Rolling-Stones-Konzert, spricht wohl für sich: wie groß das Interesse an dieser Art von Veranstaltung ist, ließ sich daran und an der wahrlich pfingstlichen Begeisterung der Teilnehmer ermessen.

16 Erwachsene mit 17 Jugendlichen und Kindern aus drei Generationen verbrachten bei bestem Wetter frohe Tage im Kleinwalsertal. Dabei entwickelte sich durch eine wunderbare Mischung aus Gesprächen, Wanderungen, Spiel und Fortbildung ein bemerkenswertes Gemeinschaftsgefühl. Dieses wurde durch den familiären Rahmen und die Unterbringung in der Selbstversorgerhütte noch einmal vertieft.

Jan Albert Rispens ist bei der Fortbildung sehr gut auf die diversen Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen. Er konnte- wo es angebracht war- auch die Kinder und Jugendlichen für die Pflanzenbetrachtung begeistern. Gelegentliche Störung der konzentrierten Arbeit durch Kinder wurden von allen Anwesenden mit Verständnis und Humor aufgenommen, so dass eine ungewöhnlich einvernehmliche und entspannte Arbeitsstimmung entstehen konnte.

Dazu trug besonders Fedelma Gronbach in ihrer Doppelfunktion als Bergwanderführerin und Erzieherin bei. Mit großer Geduld und einem bemerkenswerten Fundus an Anregungen betreute sie die Kinder von ein bis zwölf Jahren. Die geballte kinder- und schulärztliche Kompetenz wurde dankenswerter Weise nur bedingt gebraucht: eine tiefe Schnittwunde in der Großzehe seines Sohnes wurde von Klaus Lesacher ohne viel Aufhebens genäht.

Das Zusammensein habe ich als besonders Gemeinschaft stiftend erlebt. In Zeiten, in denen man um den anthroposophischen Nachwuchs bangen muss, hat dieses Seminar ein wichtiges Signal gesetzt: es macht Ärzten die Vereinbarkeit von ärztlicher Fortbildung und Familie reell erlebbar. Kindern und Jugendlichen ermöglicht es einen Einblick in die Begeisterung ihrer Eltern für ihren Beruf und sogar eine Teilhabe daran. Ich bin zuversichtlich, dass diese Saat bei den teilnehmenden Adoleszenten dieser botanischen Exkursion aufgehen wird.

Silke Schwarz und David Martin kann man nicht genug danken für diese schöne Initiative und den persönlichen Einsatz, mit der sie diese in die Wirklichkeit gebracht haben. Dass die GAÄD diesen Impuls so großzügig unterstützt hat, wurde von allen Teilnehmern dankbar registriert. Wie schön wäre es, wenn sich aus dieser Veranstaltung eine Tradition entwickeln könnte!

Tobias Sprenger

Mach in mir deinem Geiste Raum,
daß ich dir werd ein guter Baum,
und laß mich Wurzel treiben.
Verleihe, daß zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.

Paul Gerhardt: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, Strophe 13

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